Managementaufgabe: Konfliktlösung durch Kreativität (Six Thinking Hats)

Erfolgreiches Konfliktmanagement und Wirtschaftsmediation - Managementaufgabe Konfliktlösung durch Kreativtätstechnik Six Thinking Hats - Felix GinthumKonfliktumfeld Unternehmen braucht Freiräume für Kreativität

Im unternehmerischen Alltag wächst der Druck  – von innen und von außen. Neue Wettbewerber schnappen angestammte Marktanteile weg. Die „Kreditklemme“ im Gefolge der Finanzmarkt-Turbulenzen verschärft die Kriterien für Kreditvergabe. Einstige Kunden und Kollegen werden zu Konkurrenten. Produkte und Dienstleistungen werden austauschbar und verursachen einen wachsenden Preis- und Kostendruck. Demografischer Wandel, gestiegene Anforderungen an technologisch bedingte und beschleunigte Veränderungsprozesse lassen Mitarbeitern und Management keinen Freiraum. Wenn Strukturen und Prozesse wichtiger sind als Menschen bzw. Mitarbeiter entsteht eine Unternehmenskultur der Angst und des Misstrauens.  Da das menschliche Miteinander eine entscheidende Rolle für den Unternehmenserfolg spielt ist eine Unternehmenskultur, die den Mitarbeitern und Führungskräften Freiräume lässt eine Voraussetzung für ein kreatives und erfolgreiches Konfliktmanagement.

Mit Kreativitätstechniken Freiräume zu etablieren

Gerade wenn das Konfliktumfeld wenig geeignet erscheint, um Möglichkeiten für kreatives Konfliktmanagement zu bieten, kann ein konkreter Konflikt Anlass sein rigide Strukturen zu durchbrechen. Es gibt eine Vielzahl von Kreativitätstechniken, die dann in Frage kommen. Die bekannteste Technik ist sicher das Brainstorming. Allerdings hat eine Vielzahl von Untersuchungen gezeigt, dass neue Ideen von kreativen Menschen schneller im Alleingang produziert werden können, so dass das Einzelergebnisse häufig besser waren als ein Brainstorming in der Gruppe. Mit der Technik Six Thinking Hats von Edward de Bono wurden jedoch durchweg gute Erfahrungen gemacht. Ein Grund liegt darin, dass die Methode sehr zielfokussiert, strukturiert und effizient ist.

Kreativitätstechnik Six Thinking Hats

Diese Ziele können bei Anwendung der Methode innerhalb eines Unternehmens erreicht werden:

–          negative Haltungen gegenüber Konflikten abbauen

–          Konflikt- bzw. Postionsdenken innerhalb der Gruppe mindern

–          Kommunikation verbessern

–          Problemlösungstechniken mittels des systematischen Ansatzes selbst anwenden

–          Sensibilität für Unterschiedliche Denkweisen schaffen

–          offeneres, kreativeres Klima für Diskussionen etablieren

Das Geheimnis der Methode bei den sechs Hüten des Denkens ist u. a. der Perspektivenwechsel. Metaphorisch setzen wir uns angesichts von Schwierigkeiten und Konflikten verschiedene Hüte auf. Die Farbe des jeweiligen Hutes symbolisiert, welche Sichtweise gewählt wird.

erfolgreiches Konfliktmanagement - Gehirn auf Erfolg programmiert

Six Thinking Hats

Der weiße Hut steht für objektive Information über die Ist-Situation.  Der gelbe Hut richtet seinen Focus auf Vorteile und neue Sichtweisen und Möglichkeiten. Der schwarze Hut ist des Teufels Advokat und hat die Aufgabe vor den Risiken und Gefahren zu warnen. Der grüne Hut setzt Kreativität frei und sucht nach Alternativen. Der rote Hut gibt Raum für Gefühle, Motive und Intuition. Der blaue Hut moderiert die Sichtweisen.

Mit der strikten Trennung der verschiedenen Denk- und Sichtweisen ist der Prozess überraschend klar strukturiert. Es macht den Beteiligten Spaß in kurzer Zeit mit Disziplin auf eine klare Aufgabenstellung mit konkreten Resultaten aufwarten zu können. Dies stärkt das Selbstbewusstsein der Beteiligten und Sensibilisiert im Umgang mit Konflikten und Herausforderungen, da mit die Methode hilft aus Routinen, eingefahrenen Prozessen und Gewohnheiten herauszukommen. Wie das Brainstorming kann die Technik der sechs Hüte sowohl alleine als auch in der Gruppe eingesetzt werden.

Für sich alleine kann die Technik genutzt werden, um ein Thema umfassend zu betrachten. In der Gruppe kann diese erfolgreich angewandt werden. Hierdurch werden langwierige und unproduktive Diskussionen umgangen. Der Nutzen in der Gruppe ist im Gegensatz zu „konventionellen“ Vorgehensweisen sehr schnell und direkt erfahrbar. Wichtig ist jedoch, dass die Beteiligten bereit sind, sich darauf einzulassen. Auch ist die Methode situativ einsetzbar, wenn ein Meeting ins Stocken gerät.

Grundregel der Methode

Eine wichtige Grundregel ist es, dass wenn ein Hut an der Reihe ist alle diesen Hut aufhaben, so dass alle parallel in die durch die Farbe des Huts vorgegebene Richtung denken. Wenn der grüne Hut an der Reihe ist sind alle Kommentare, die im Zusammenhang mit anderen Hüten stehen, zu vermeiden. Dem Moderator kommt hier die Aufgabe zu sehr strikt auf die Einhaltung dieser Regel zu achten.

Managementaufgabe mit Kreativität Freiräume schaffen

Es ist Aufgabe des Managements im Hinblick auf eine kreative Unternehmenskultur Freiräume zu schaffen. Anstatt die Mitarbeiter „mitzunehmen“ und die eigene Vision mitzuteilen (I have shared my vision) können anhand konkreter Anlässe auch und gerade, wenn dies Konfliktsituationen sind, Mitarbeiter in neue Sichtweisen mit Hilfe von Kreativitätstechniken erlebbar neue Freiräume erkunden. Durch das Einüben von Kreativitätstechniken wird es leichter im Konfliktfall die Interessen hinter den gegensätzlichen Positionen zu erkennen und auf verdeckte Ängste, Sorgen und Vorstellungen zu reagieren.

Felix Ginthum
Erfolgreiches Konfliktmanagement und Wirtschaftsmediation

 


 
 

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